+++ Haiti ein halbes Jahr danach +++

(12/07/10) Es war Muttertag in Haiti, der 30. Mai, als die Mädchen und Jungen singend durch die Straßen Jacmels marschierten. Sie feierten diesen Tag, doch er erinnerte sie auch an die vielen Mütter, die durch das Erdbeben umgekommen waren. Schon vorher lebten viele Kinder im bitterarmen Haiti unter schlechten Bedingungen. Nun geht es manchen noch schlechter. Deshalb wird ora international eine Tagesstätte in Jacmel bauen. Deshalb gibt es das Patenschaftsprogramm. Und deshalb unterstützt ora schon jetzt die Arbeit von Jeanite Jean Baptiste. Woche für Woche lädt sie arme Kinder zu sich ein, gibt ihnen zu essen und spricht mit ihnen über alles was sie bewegt. So hilft sie ihnen auch, den Schrecken der Katastrophe vom 12. Januar zu verarbeiten. 
Bald wird die Tagesstätte rund 175 Mädchen und Jungen jeden Tag offen stehen. Sie werden hier Zuflucht finden, sie werden hier liebevoll betreut und individuell gefördert werden. Denn nicht nur, dass die Erzieherin Madame Jeanite den Kindern zu essen gibt, sie wird ihnen auch bei den Hausaufgaben helfen und ihnen weitere Bildungsangebote machen. Das Wissen, dass die Kinder in Computerkursen, Handwerkskursen oder Sprachkursen erwerben, wird ihnen ihr ganzes Leben lang nützlich sein. 
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|  Ellen Louis verteilt Hilfgüter an Erdbebenopfer. Das Beben vom 12. Januar richtete im ganzen Land verheerende Schäden an.
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Noch ist die Tagesstätte nicht gebaut. Noch sind die ora-Mitarbeiter um Landesdirektorin Ellen Louis auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück. Und noch ist auch die Notversorgung der Bevölkerung ein wichtiger Teil der Arbeit vor Ort. Daher stellt ora in Jacmel weiterhin sauberes Trinkwasser her und verteilt Medikamente an Ärzte und Krankenhäuser in der Umgebung. Noch ist nicht absehbar, wie lange dies nötig sein wird. Der Staat kann viele notwendige Leistungen nicht erbringen, nicht nur im Bereich Gesundheit. Viele Wiederaufbauprojekte scheitern daran, dass niemand weiß, wem Grundstücke gehören. Dass niemand weiß, wo gebaut werden darf und wo nicht. Ein Register gibt es nicht.
Mit diesen und anderen Problemen kämpfen die ora-Mitarbeiter Tag für Tag. Aber sie merken auch oft, dass die Arbeit sich lohnt. Spätestens, wenn Kinder singend durch die Straßen ziehen, wird klar: Der Einsatz ist wichtig. Denn er führt Mädchen und Jungen in eine bessere Zukunft. Allen, die mit uns an der Seite der Kinder stehen, danken wir von Herzen.
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